Wie gewinne ich ein Pokerturnier? Tipps und Strategien für Einsteiger

Das Gefühl "Und schon wieder knapp am Preispool vorbei, dabei lief es doch eigentlich ganz gut" kennt wohl jeder Pokerspieler. Dieser Artikel erklärt kurz und einprägsam, worauf es auf jeden Fall zu achten gilt. So gelingt Anfängern ein problemloser Einstieg ins Texas Holdem Poker und Fortgeschrittene sollten sich hinterfragen, ob der ausbleibende Erfolg nicht doch an ganz simplen Dingen, die oft zu schnell vergessen werden, liegt. 

 

Lass dich auf das Spiel ein! Poker ist und bleibt zumindest etwas ein Glücksspiel gepaart mit vielen Strategieanteilen, die Glückskomponente kann man nur langfristig durch das strategische Spiel und das Anwenden statistischer und mathematischer Grundlagen glätten. Niemand gewinnt ein einzelnes Turnier ohne Glück, doch jeder kann seine durchschnittliche Gewinnerwartung bei z.B einer Bandbreite von 100 Pokerevents erhöhen! Achte hierbei darauf möglichst im gleichen Buy-In Bereich zu bleiben, da die Fähigkeiten der Gegner sonst zu sehr schwanken, um dir deine gewinnbringende Taktik zurecht zu legen. 

 

Rechne während des Spiels immer in Big Blinds. Egal ob deinen eigenen Stack, der deines Gegners oder die Höhe des Pots. Die allgegenwärtige Währung im Turnierpoker muss der Big Blind (BB) sein, um die Vergleichbarkeit deiner Einsätze zu jedem Turnierzeitpunkt und in jeder Hinsicht zu gewährleisten. Insebesondere beim online zocken gibt es weniger Bedenkzeit als beim Live-Poker, sodass die Betrachtung des Spielgeschehens in Pflichteinsätzen zielsicher zur richtigen Entscheidung führt. 

 

Du weißt nun, dass du beim Poker langfristig denken musst und dass du zu keinem Zeitpunkt über 175.000 Chips verfügst, sondern einfach über 125 BB, wenn die Turnieruhr gerade z.B 750 / 1.500 als Blinds anzeigt. 

 

Unbedingt gilt es dann die häufigsten Anfängerfehler zu vermeiden!

1. Du spielst zu viele Hände (zu „looses“ = lockeres Spiel

Wenn dir langweilig ist, beobachte deine Gegner, das zahlt sich immer aus! Wenn du online spielst, mach dir mehr als einen Tisch auf. So stellst du sicher, dass du nur gute Starthände spielst und nicht aus langeweile mit medium Händen deine Chips verzockst! Ein guter Spieler spielt ca. 20% seiner Hände, also z.B alle Pärchen ab 77 aufwärts und alle hohen Kartenkombinationen bis Bube, Dame. Mehr zu dieser Überlegung findest du in den den letzten Absätzen.

 

2. Du spiest zu passiv. Wenn du gute Startkarten auf der Hand hast, investiere auch in Sie. Raisen, also erhöhnen, statt Callen und Betten, also setzen, statt Checken! Langfristig willst du mit deinen guten Karten ja um viele Jetons spielen. Außerdem verschaffst du dir so Respekt am Tisch und vermeidest das wohl schlimmste – Bad Beat Situationen, was bedeutet, dass jemand z.B deine Könige mit 4 und 7 schlägt, weil du deine gute Hand vor oder nach dem Flop nicht verteidigt hast. Als Standard Raise passen ca. 3BB immer gut, als Bet am Flop z.B. 50-70% vom Pot.

 

 

Deine Strategie sollte also tight (Gegenteil von loose) aggressiv (Gegenteil von passiv) sein. Spiel nur die guten Hände, aber spiel sie nachhaltig und gib Sie nur auf, wenn eindeutige Zeichen der Stärke deines Gegners kommen und wenn das Board in die komplett falsche Richtung läuft. Ein letzter Begriff, den es in diesem Zusammenhang zu beherrschen gilt, ist die „Range“. Damit ist der Umfang an Hole Card Kombinationen gemeint, mit denen du vor dem Flop erhöhst (Das callen vor dem Flop wird fast nie empfohlen). Hierbei gehen wir von einem durchschnittlich großen Stack und davon aus, dass vor dir noch niemand Action gemacht hat. Im Schnitt sollte man bei der „Tight-Agressive-Strategie“ alle Pärchen ab 7, 7 sowie alle Asse bis A, 10 und alle Könige bis K, J raisen. Haben die Karte dieselbe Farbe, erweitert sich die Range bis A, 7; K, 10 und D, J.

 

Die Range erweitert sich außerdem, wenn du eine gute Position am Tisch hast, also spät dran bist und vor dir niemand mehr als den Big Blind gesetzt hat. Genauso erweitert sich die Spannweite der Karten, mit denen du erhöhen solltest, wenn du einen deutlich höheren Stack als die meisten Spieler am Tisch hast. Bei schlechter also früher Postion am Tisch und mit einem verhältnismäßig kleinen Stack wird deine Spannweite enger. Fällst du unter 10BB ist die Empfehlung „push or fold“. Du setzt also entweder vor dem Flop schon alles oder schmeißt deine Karten weg.

 

Die Bedeutung von Geduld, Big Blind, tigh-agressive und Range sind nun klar? Dann viel Spaß beim Zocken!